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Historie

Im Jahr 1100, als Deidesheim dem Hochstift Speyer zugefallen ist, errichteten die Fürstbischöfe hier eine Wasserburg zum Schutz Ihres neuen Besitzers. Nach der Stadtrechtsverleihung durch König Wenzel im Jahr 1395 lassen die Landesherren ihre Burg erweitern und im Osten mit einem Bollwerk versehen.

Als Sitz der fürstbischöflichen Verwaltung gewinnt die Burg an Bedeutung. Hier wohnt der Amtmann, hier residiert der Bischof, wenn er in der Stadt weilt, hier nimmt er nach seiner Wahl die Huldigung seiner Untertanen entgegen.
In den Kellern, Scheuern und Speichern lagern die Abgaben an Wein, Getreide und Früchten. Die Weine unseres Hauses erfahren in diesen Sandsteingewölben ihre volle Reife. Mit dem größten Teil Deidesheims geht auch das Schloss, wie die Burg seit dem Mittelalter genannt wird, in Flammen auf.
1729 befahl dann der Fürstbischof Damian Hugo seinem Baurat, das Schloss in einen solch wohnhaften Zustand zu bringen, dass er, wenn er öfter nach Deidesheim komme, darin mit seinen Leuten wohnen könne. Unter der Leitung von Johannes Georg Stahl, einem Schüler Balthasar Neumanns, werden die Bauarbeiten durchgeführt. Es entsteht eine groß e Vierflügel-Anlage, welche 1746 fertiggestellt ist.
Mit den prächtigen Fürstensitzen des Barock kann sich unser Schloss jedoch nicht messen, seine Einrichtung ist doch eher bescheiden. Ein Verzeichnis des Mobiliars weist unter anderem aus: Acht Bettlagen mit Vorhang, davon vier mit Florentiner Tüll, eine mit altindianischem Damast, drei mit Leinen, 48 Bettladen ohne Vorhang. 22 Waschtische, darunter sechs mit Vorhang. 17 Spiegel, elf Kleiderstöcke, acht Perückenstöcke, 40 Nachtgeschirre, teils Porzellan, teils Irden und teils von Stein. Die Anwesenheit des Pfälzer Kurfürsten Carl Theodor im Jahre 1770 ist das glanzvollste Ereignis in der kurzen Geschichte des barocken Schlosses, das schon Ende des 18. Jahrhunderts in den Stürmen der Französischen Revolution untergehen soll.
Das Gelände samt den Trümmern ersteigern 1804 in Mainz mehrere Deidesheimer Bürger. Von 1804 bis 1817 errichtet der neue Besitzer Heinrich Görg, Vorfahr mütterlicherseits der Familie Kern, das heute noch stehende Gebäude und gründet für seine beiden Söhne hier je ein Weingut. Die Mauer im Hof ist heute noch Zeugnis der getrennten Gutshöfe.
Im Jahr 1942 übernimmt Dr. Josef Kern das Anwesen und − zu seinen eigenen − auch die Weinberge seines Schwiegervaters Eugen Görg und gibt, da von der Familie Görg kein männlicher Nachkomme mehr da ist, dem Gutsbetrieb den Namen: Weingut Dr. Kern Schloss Deidesheim. Die Bezeichnung als Schloss hält die Erinnerung an die Speyerer Bischöfe und an längst vergangene Zeiten wach.
Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1960 übernimmt Gottfried Kern das Weingut und führt dies als mittelständiges Familienunternehmen weiter. Auf die Qualität der Weine und einen fachgerechten Ausbau wird großen Wert gelegt. Der Gutsausschank wird schon 1950 im Schloss errichtet.
1973 wird die Weinstube erweitert und in Erinnerung an die fürstbischöflichen Burgherren, die sich auf das Trinken vortrefflich verstanden, erhält die neue Weinstube den Namen Fürstbischöfliches Amtszimmer. Seit 1989 können die immer zahlreicher werdenden Freunde und Gäste des Hauses im neuen Gutsherrenzimmer mit der schönen Rokkokodecke bewirtet werden. Seit 1990 ist auch Tochter Stefanie Kern in der Leitung des Gutsausschanks tätig. Als ausgebildete Gastronomin unterstätzt sie die Mutter Helga Kern und übernimmt ab 2001 den kompletten Restaurantbetrieb.
Jedermann möge sich in diesen Mauern wohlfühlen, in unserer Parkanlage und auf der Schlossgarten-Terrasse im Schatten ehrwürdiger Bäume und die schönen Stunden des Lebens genießen.